PREISE FÜR DIE FORSCHUNG AM NIERENZENTRUM

Forschungsarbeiten zur Nierentransplantation an der Medizinischen Klinik X des UKHD wurden beim diesjährigen DGfN-Kongress mit zwei Posterpreisen ausgezeichnet.

DGfN-Posterpreise für Dr. Schröter und Prof- Schaier

Dr. med. Iris Schröter und Prof. Dr. med. Matthias Schaier wurden auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) jeweils mit einem Posterpreis ausgezeichnet.

Dr. med. Iris Schröter untersuchte Harnwegsinfektionen nach Nierentransplantation – ein relevantes Problem für immunsupprimierte Patientinnen und Patienten und zugleich für die Funktion des transplantierten Organs. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stand der Nachweis von Gardnerella vaginalis in Urinkulturen nierentransplantierter Patientinnen und Patienten. In einer retrospektiven Analyse zeigte sich, dass der Keim vergleichsweise häufig nachgewiesen wurde, insbesondere bei jüngeren Patientinnen und bei hoher Keimzahl. Da klinische Symptome in den ausgewerteten Daten nicht durchgehend dokumentiert waren, lässt sich die Bedeutung des Nachweises bislang jedoch nicht abschließend beurteilen. Weitere Untersuchungen sollen klären, welche Relevanz der Befund gerade bei immunsupprimierten Menschen hat.

Prof. Dr. med. Matthias Schaier präsentierte die 10-Jahres-Ergebnisse der TOL-1-Studie. Die Pilotstudie untersucht ein neuartiges Verfahren zur Desensibilisierung vor einer Lebendnierentransplantation. Dabei werden Immunzellen der Spenderin oder des Spenders vor der geplanten Transplantation mittels Apherese gewonnen, biochemisch modifiziert und anschließend dem zukünftigen Empfänger übertragen. Ziel ist es, das Immunsystem bereits vor der Transplantation auf das fremde Organ vorzubereiten und die Immunreaktion gezielt zu beeinflussen. Die nun vorgestellten Langzeitergebnisse zeigen die Entwicklung dieses Ansatzes über einen Zeitraum von zehn Jahren.