CLINICIAN SCIENTIST STIPENDIUM DER DGIM

Dr. Louise Benning, Funktionsoberärztin der Inneren Medizin X: Klinik für Nephrologie am Universitätsklinikum Heidelberg, hat ein Advanced Clinician Scientist-Stipendium der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) erhalten.

Dr. Louise Benning, Funktionsoberärztin der Inneren Medizin X: Klinik für Nephro-logie am Universitätsklinikum Heidelberg

Im Rahmen der Förderung wird sie sich Ihrem Thema „Von der Organallokation zur Nachsorge: Integrative Omics- und Biomarkerstrategien als präzisionsmedizinische Ansätze in der Nierentransplantation“ widmen.

Aufgrund des anhaltenden Organmangels in Deutschland stehen zwei Forschungsfelder besonders im Fokus: die sorgfältige Organallokation und eine exzellente Nachsorge zur Sicherung des langfristigen Transplantaterhalts. Derzeit erfolgt die Organannahme jedoch häufig subjektiv und zentrumsabhängig. Gleichzeitig basiert die Nachsorge nach Transplantation mit Kreatinin und Proteinurie überwiegend auf späten Schädigungsmarkern, sodass Komplikationen oft erst verzögert erkannt werden. 

Im Rahmen der Förderung adressieren wir beide Bereiche in zwei Arbeitspaketen, um eine belastbare Evidenzbasis zu schaffen und präzisere klinische Entscheidungen zu ermöglichen. Im ersten Arbeitspaket analysieren wir vor Transplantation das Perfusat maschinenperfundierter Nieren mittels Metabolomics und Proteomics, um Organe besser zu charakterisieren und mögliche therapeutische Targets zu identifizieren. Ergänzend untersuchen wir Nullbiopsien mittels Whole Transcriptome Sequencing auf Gene und Signalwege, die mit einem günstigen Transplantationsergebnis assoziiert sind. Das zweite Arbeitspaket fokussiert auf die Nachsorge nach Transplantation und greift das Konzept eines (viro-)immunologischen Monitorings auf. 

Hierzu validieren wir prospektiv die Kombination einzelner Biomarker, darunter donorspezifische zellfreie DNA, Urin-Chemokine und Torque Teno Viruslasten, hinsichtlich ihrer kombinierten Eignung zur frühzeitigen Detektion von Komplikationen nach Transplantation. Zusätzlich nutzen wir Bulk-Transcriptomics an Indikationsbiopsien, um ein klinisch anwendbares Diagnostikum zu etablieren und zugleich nicht-invasive Readouts zu identifizieren, die sich für ein longitudinales Monitoring in der Nachsorge eignen. 

Die Projekte erfolgen in enger Kooperation mit der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, und Transplantationschirurgie, der Transplantationsimmunologie, der Molekularen Pathologie, sowie der Klinik für Virologie.