Dr. Christoph Mahler, Facharzt an der Klinik für Nephrologie, Innere Medizin X, wurde auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGFN), der vom 8. bis 11. Oktober 2026 in Leipzig stattfand, für seine wissenschaftlichen Arbeiten zum akuten Nierenversagen bei schwerer Blutvergiftung (Sepsis) ausgezeichnet.
Bei einer Sepsis reagiert der Körper auf eine Infektion mit einer potenziell lebensbedrohlichen Entzündungsreaktion. Dabei können Kreislauf und Nieren gleichzeitig schwer geschädigt werden. Welche biologischen Prozesse bei einzelnen Patientinnen und Patienten im Vordergrund stehen, lässt sich bislang jedoch nur schwer unterscheiden.
In seinem Forschungsprojekt untersucht Dr. Mahler deshalb zahlreiche kleine Stoffwechselprodukte, sogenannte Metabolite, im Blut von Patientinnen und Patienten mit Sepsis. Anhand charakteristischer Konzentrationsunterschiede einzelner Metabolite konnten Muster identifiziert werden, die eher mit einer akuten Nierenschädigung oder mit einem septischen Schock zusammenhängen.
Die laborchemische Bestimmung solcher Metaboliten-Kombinationen könnte künftig dabei helfen, frühzeitig zu erkennen, welche Patientinnen und Patienten ein besonders hohes Risiko für eine Dialysebehandlung oder einen schweren Krankheitsverlauf haben. Die Ergebnisse konnten in einer zweiten, kleineren Patientengruppe teilweise bestätigt werden.
Langfristig könnte dieser Ansatz dazu beitragen, die bei einer Sepsis auftretende Nierenschädigung besser zu verstehen, unterschiedliche Krankheitsmechanismen genauer zu charakterisieren und die Behandlung stärker an den individuellen biologischen Prozessen auszurichten.
Auch darüber hinaus war die Heidelberger Nephrologie auf dem Kongress stark vertreten: Bei neun wissenschaftlichen Sessions – und damit bei rund jeder vierten Session – waren Forschende aus Heidelberg beteiligt. Zudem wurden aktuelle Forschungsergebnisse mit Vorträgen und wissenschaftlichen Postern einem internationalen Fachpublikum vorgestellt.
